Microschalter

Betätiger

Durch Drücken dieses Teils (Stößel, Hebel oder Rolle) wird der Schaltvorgang ausgelöst.

Einbau und Montage

Microschalter sind nur von Fachleuten zu montieren. Bei der Schraubbefestigung ist auf eine saubere und ebene Montagefläche zu achten. Die Schrauben müssen den gängigen DIN-Normen entsprechen, z.B. DIN EN ISO 1580 oder DIN EN ISO 4762. Die notwendigen Luft- und Kriechstrecken sind auch bei den Anschlussleitungen sicherzustellen. Der Betätiger darf in Ruhestellung nicht vorgespannt sein. Das Betätigen kann senkrecht oder schräg erfolgen. Der Winkel der Anlaufschräge sollte max. 30° bezogen auf die Schalteroberfläche sein und ist durch eigene Versuche zu ermitteln. Das Schaltergehäuse kann nicht als mechanischer Anschlag verwendet werden. Ebenso ist eine schlagartige Betätigung des Schalters zu vermeiden. Bei Lötanschluss sind die in der Elektroindustrie üblichen Lötverfahren (z. B. Hand und Wellenlötung) und deren Parameter maßgebend. Die Überhitzung des Schalters ist beim Lötvorgang auszuschließen. Auf die Anschlüsse darf keine Kraft übertragen werden. Bei Montage der Schalter auf einer leitfähigen Oberfläche müssen die Anforderungen an den Berührungsschutz sowie an die Kriech- und Luftstrecken nach DIN EN 61058-1 eingehalten werden.

Luftstrecke

Geringster Abstand zwischen zwei leitenden Teilen.

Kontaktabstand

Die Kontaktöffnungsweite zwischen den geöffneten Kontakten. Schalter mit einem Abstand < 3,0mm sind für die direkte Netztrennung nicht zugelassen und sind bei europäischen Normen durch das Zeichen "µ“ markiert. Schalter für die direkte Netztrennung benötigen einen Kontaktabstand > 3,0mm.

Kontakte und Kontaktwerkstoff

Die Microschalter sind mit Silber oder Goldkontakten bestückt. Diese haben gute elektrische und thermische Eigenschaften und eignen sich für die meisten Anwendungen. Silberkontakte können bei einer Schaltleistung von min. 12V AC, 100mA bis 250V AC, 16A eingesetzt werden.
Vergoldete Kontakte kommen bei kleinen Strömen von einigen mA und Spannungen unter etwa 20V sowie bei schwefelhaltiger Atmosphäre zum Einsatz. Für größere Schaltleistungen sind sie nicht geeignet. Da die Umgebungsbedingungen ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf die Kontaktsicherheit, auf die elektrische Belastbarkeit und somit auf die Lebensdauer eines Schalters haben, empfehlen wir Ihnen vorab praxisnahe Versuche durchzuführen.

Kontakte und Kontaktwerkstoff

Kriechstrecke

Kürzeste Entfernung entlang des vorhandenen Isolierkörpers zwischen zwei leitenden Teilen.

Elektrische Lebensdauer

Die Anzahl der Betätigungen bei Nennspannung, Nennstrom und Widerstandslast bei 20°C Umgebungstemperatur. Diese ist jedoch von verschiedenen Faktoren abhängig und sollte für den jeweiligen Anwendungsfall durch Versuche ermittelt werden. Auf Erfahrungsdiagramme kann nicht zugegriffen werden.

Mechanische Lebensdauer (Schaltungen)

Der beim jeweiligen Schalter genannte Wert gibt an, ab wann die Mechanik unsicher wird. Die jeweiligen Prüfparameter teilen wir Ihnen gerne mit.

Positionen, Wege und Kräfte

I End- Betätigungskraft
Die benötigte Kraft, den Betätiger oder den Zusatzbetätiger in der Endstellung zu halten.
II Schalt-Betätigungskraft
Die benötigte Kraft, den Schalter von der Ruhestellung über den Schaltpunkt zu führen.
III Differenzkraft
Die Differenz zwischen Schalt-Betätigungskraft und Rückschaltkraft.
IV Rückschaltkraft
Die Kraft, bei der der Sprungmechanismus zurückschaltet.
1 Ruhestellung
Die Stellung des Betätigers oder des Zusatzbetätigers, bei der keine äußere Kraft einwirkt.
2 Schaltpunkt
Der Punkt, an dem der Sprungmechanismus ausgelöst wird.
3 Endstellung
Die Stellung des Betätigers oder des Zusatzbetätigers am Ende des Weges.
4 Rückschaltpunkt
Der Punkt, an dem der Sprungmechanismus in die Ausgangsstellung zurückschnappt
A Gesamtweg
Die Summe aus Vor- und Nachlaufweg.
B Leerlaufweg
Der Weg zwischen Rückschalt- punkt und Ruhestellung.
C Rücklaufweg
Der Weg zwischen Endstellung und Rückschaltpunkt.
D Vorlaufweg
Der Weg zwischen Ruhestellung und Schaltpunkt.
E Nachlaufweg
Der Weg zwischen Schaltpunkt und Endstellung. Zur Gewährleistung der Schaltsicherheit muss der beim jeweiligen Typ angegebene Mindestwert eingehalten werden.
F Differenzweg
Der Weg zwischen Schaltpunkt und Rückschaltpunkt.

Positionen, Wege und Kräfte